SPD Steinau an der Straße

Pressemitteilung:

31. Mai 2017
Kolumne in den Kinzigtalnachrichten

Heinz Lotz: Salbungsvolle Worte statt Taten

Man kann von der Kampagne „Hessen lebt Respekt“ halten was man will, zur falschen Zeit kommt sie nicht. Schauen wir uns beispielsweise die Europa-Visite von Donald Trump an: Sie war geprägt von Respektlosigkeit seitens des neuen amerikanischen Präsidenten. Um Respektlosigkeit zu begegnen reicht aber auch ein Blick nach Steinau. Zunächst aber ein paar Takte zu der Respekt-Kampagne der Landesregierung: Ein solches Thema als reine PR-Maßnahme zu missbrauchen, ist schon ziemlich billig. Über 800.000 Euro Steuergelder werden für diese Kampagne ausgegeben. Lediglich 150.000 Euro fließen in entsprechende Fördertöpfe und Projekte. Das restliche Geld wird gebraucht, um alles mit enormem Werbeaufwand zu vermarkten. Würden es CDU und Grüne damit wirklich ernst meinen, dann würden den salbungsvollen Worten auch entsprechende Taten in der Landesregierung folgen. Statt sich medial in Szene zu setzen, könnte sich die Landesregierung Gedanken darüber machen, wie respektvoll die Durchführung der „Operation düstere Zukunft“ gegenüber den Landesbediensteten, das Scheitern des Bildungsgipfels, die Einführung der Schulzeitverkürzung, die Einführung von Schulgeldern im Zuge des sogenannten Pakts für den Nachmittag oder den Widerstand gegen den Mindestlohn war. Bleiben wir mal beim Mindestlohn: Wir reden hier von etwas über 8,50 Euro pro Stunde! Wie lange muss man arbeiten, um davon das Leben bestreiten zu können? Und es steckt im Begriff drin: Es ist das Mindeste an Lohn, was jemand haben sollte. Es ist also ein Minimum an Respekt, den man einem Arbeitnehmer entgegenbringen kann.

Schauen wir aber wieder in das Rathaus von Steinau. Hier wollte der Bürgermeister seinem damaligen Hauptamtsleiter Respekt zollen, indem er ihm eine Biographie über Hitlers Sekretär schenkte, inklusive geschmackloser Widmung im Nazi-Jargon. Nach Protesten folgte eine „Entschuldigung“ seitens des Bürgermeisters in der Stadtverordnetenversammlung. Wenn man jetzt seine Kommentare in der Zeitung liest oder wenn man sieht, wie er mit denjenigen umgeht, die es eben nicht ok finden, wenn ein Bürgermeister so ein Geschenk macht, dann ist diese Entschuldigung der reinste Hohn. Da versucht er sich tatsächlich als Opfer hinzustellen, obwohl ganz sicher nicht das Parlament von Steinau ihm die Feder führte, als er „mF“ unter die Widmung schrieb. Seine Entschuldigung ist wertlos.

Als Reaktion auf sein „Paladin-Gate“ hat er nichts Besseres zu tun, als auf seine Vorgänger zu schimpfen. Respekt vor seinen Amtsvorgängern? Nein. Schon seit Amtseinführung betont er, dass er hinter Knobeloch und Strauch aufräumen müsse, weil sie so viel Schaden angerichtet hätten. Walter Strauch rief ihn vor wenigen Tagen an, weil er wissen wollte, was er sich zu Schulden kommen lassen hat. Eine Antwort erhielt er nicht, weil Uffeln kurzerhand auflegte. Es ist Respektlos, ohne Beweise verdiente Bürger der Stadt derart an den Pranger zu stellen. Wie sieht es mit Respekt vor Kindern aus, wenn er einigen Knirpsen mit „Ohren lang ziehen“ drohte, weil sie vor dem Rathaus ein Handy-Spiel daddelten? Respekt gegenüber anderen Bürgermeistern, wenn mal wieder Bürgermeisterversammlungen geschwänzt werden? Respekt gegenüber der Puppenspiel-Familie Magersuppe? Die Liste ließe sich fortführen.

Respekt würde Uffeln den Steinauern zollen, wenn er seinen Rücktritt einreichen würde! Er könnte ja bei der nächsten Wahl wieder antreten (er kann es aber auch lassen). Aber vorher stellt sich Trump ein Windkraftrad in den Garten vor das Weiße Haus, bevor Uffeln freiwillig den Chefsessel in Steinau räumt.

Mein Kompromissvorschlag könnte so aussehen: Die Landesregierung verzichtet auf die ein oder andere sinnentleerte PR-Kampagne und spendiert Steinau dafür anständige Wahlzettel für ein Abwahlverfahren. Wenn es dem amtierenden Bürgermeister nicht möglich ist, müssen wohl die Bürgerinnen und Bürger auf demokratischem Wege für Respekt in der Brüder-Grimm-Stadt sorgen. Dann hätte sich die „Hessen lebt Respekt“ Kampagne wirklich gelohnt.

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