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Laudatio von Hans-Joachim Knobeloch zum Festkommers der SPD-Steinau am 31.12.2009
Es ist mir eine große Freude, dass mir vom SPD-OV-Vorstand die Ehre erwiesen wurde, heute den Rückblick über 90 Jahre Steinauer SPD geben zu dürfen. Es freut mich im besonderen Maße, da ich schon fast die Hälfte dieser Zeit die Steinauer SPD aktiv begleite und gerade kommunale Maßnahmen in den 80er Jahren als Oppositionsführer konstruktiv und ab 1990 als Bürgermeister in nicht unbescheidenem Maße mit bewegt und getragen habe und auch heute noch nach besten Kräften begleite.
90 Jahre Steinauer SPD sind erlebte Zeitgeschichte mit Demokratie, großer Not nach Abschluss des Versailler Vertrags mit riesigen Reputationsauflagen für Deutschland, mit nationalsozialistischer Diktatur, Verfolgung, KZ und verlorenem 2. Weltkrieg, Vertreibung und Aufnahme von Flüchtlingen, mit Beseitigung großer Wohnungsnot, Ausweisung vieler Neubaugebiete und Siedlungen, Schaffung von Arbeitsplätzen durch Ansiedlung und Erweiterung des Industriegebiets, mit Gebietsreform in 1974 (12 Stadtteile,) Schaffung von modernen Sozialeinrichtungen wie Brüder-Grimm-Schule, neues Schwimmbad, 6 Kindergärten, das Alten- Wohn- und Dienstleistungszentrum im Viehhof oder die Altstadtsanierung. Dies mögen einige Beispiele sein, die für viele stehen.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands wurde bereits 1869 durch August Bebel und Wilhelm Liebknecht, damals als Sozialdemokratische Arbeiterpartei gegründet. Sie ging aus der Arbeiterbewegung hervor mit dem Ziel, ein allgemeines, gleiches und direktes Wahlrecht für alle Menschen einzuführen und die Arbeiter bereits am beginnenden Industriezeitalter an den Produktionsvermögen zu beteiligen.
Dies war natürlich für die damaligen Verhältnisse im Kaiserreich revolutionär und klang umstürzlerisch. Und so wurden die Sozialdemokraten der ersten Stunde immer wieder verteufelt, z. T. verfolgt und als gefährlich für die Deutsche Nation eingestuft. Bismarck bösartig: Vaterlandslose Gesellen!
Als nach dem verlorenen 1. Weltkrieg mit der Abdankung Wilhelm II. als deutschem Kaiser, Ausrufung der 1. Republik Deutschlands durch Philipp Scheidemann und Ernennung des SPD-Mitglieds Friedrich Ebert zum ersten Reichspräsidenten das Kaiserreich sein Ende findet, beginnen sich auch in den Kommunen SPD-Ortsvereine zu bilden. Ziel dieser Leute ist es, den sogenannten Bürgerlichen (Zentrum) in der Gestaltung der Städte und Gemeinden Paroli zu bieten um auf demokratische Art und Weise die Infrastruktur und vor allem, die sozialen Leistungen und Einrichtungen im Sinne aller Einwohner zu verbessern.
So geschah es auch in Steinau, wo sich dann bereits im Dezember 1918 der erste SPD OV-Steinau gründete. Drei Fundamente bilden sich dabei heraus: 1. Freiheit von Not, 2. staatsbürgerliche Gleichberechtigung und 3. gleiche Bildungschancen.
Leider liegen aus dieser Gründungsphase keine Unterlagen mehr vor, weil ab 1933 mit der Machtübernahme durch die Nazis alle Vereinsunterlagen beschlagnahmt oder durch Vernichtung vor dem Zugriff der Gestapo entzogen wurden.
Der langjährige Vorsitzende des SPD-OV und ehemalige Rektor der Brüder-Grimm-Schule Wilhelm Metschan (gest. 1988) hatte in den 60er Jahren recherchiert und damals von den wenigen noch lebenden Gründern nur spärliche Auskünfte aus der Anfangsphase der Steinauer SPD und deren Geschichte erhalten.
Danach gab es bereits vor dem ersten Weltkrieg Steinauer Bürger, die sich in Frankfurt der SPD angeschlossen hatten. Es waren meist Pendler, die in der Chemischen Fabrik in Frankfurt arbeiteten und von ihren gewerkschaftlich organisierten Arbeitskollegen inspiriert waren. Zu ihnen gehörte Peter Richter (Vater von Werner Richter, Br.-Gr.-Str.), der bereits 1898 der SPD beigetreten war. Wilhelm Ruppel (Sodener Weg, Großvater der Firmeninhaber Ruppel, Paco) berichtete im hohen Alter von seinem Eintritt in die SPD im Jahre 1913: „was aber keiner in der Betriebsleitung wissen durfte"!
Ernst Geisel (ehem. Weinberg, Vater von Gert Geisel) musste auf Anordnung seines Lehrherrn den vollzogenen Beitritt wieder rückgängig machen, weil er sonst entlassen worden wäre.
Neben Peter Richter sind noch die folgenden Namen bekannt, die nach dem 1. Weltkrieg das Fundament der Steinauer SPD bildeten: Karl Paul, Ernst u. Hch. Linkersdörfer, Joh. Schäfer, Wilhelm Knobeloch (Brückentor), Adam und Joh. Becher, Joh. Spahn (Fuchsberg), Fritz Euler, Wilhelm und Heinrich Euler (Ziegelgase), Nikolaus Monz (Meistergasse), Heinrich Hamburger (Stadtborngasse), Georg Ruppert, Adam Engelhardt (Vogelsberger Str.), Joh. Rosenberger, Wilhelm Amend, Nikolaus Beck, Karl Bröll, Fritz Keller, Heinrich und Richard Müller, Friedrich Traudt, Joh. Ulrich, Joh. und Wilhelm Schmidt (alle Br.-Grimm-Str.) Zu ihnen gesellten sich Max Bohn, Andreas Reiners und Adolf Precht, die nach der Auflösung des Wagenparks ihrer Artillerie-Einheit im November 1918 in Steinau sesshaft wurden und zu den Vereinsgründern zählten.
Einigen dieser Namen begegnen wir auch bei anderen Vereinsgründungen dieser ersten Nachkriegszeit. So finden wir z. B. den „Müller-Heine" bei der Gründung des Fußballvereins Steinau 1919 ebenso wie seine politischen Freunde bei Gründung des Arbeiter Gesangvereins im Jahre 1927.
Es war die Zeit des Aufbruchs der Arbeiterschaft, das Bestreben, sich selbstbewusst vereins- und gesellschaftspolitisch darzustellen.
Die lokale Vereinsgeschichte über die Weimarer Republik darf nicht unerwähnt lassen, dass die SPD im Kreis Schlüchtern dem Chef der Dreiturm-Werke, Max Wolf, viel Unterstützung verdankt. Er war Jude, sah schon sehr früh die drohende Gefahr im immer stärker werdenden Nationalsozialismus und unterstützte deshalb die Sozialdemokraten als dessen entschiedenste Gegner. Max Wolf, der später nach der Enteignung seiner Firma in 1933 nach Frankfurt umzog, von dort nach England emigrierte und so der Verhaftung und dem Konzentrationslager zuvorkam, hatte in Reihen der SPD und in seinen Mitarbeitern - von wenigen Ausnahmen abgesehen- treue politische Freunde.
Während der Weimarer Zeit hatten sich die Sozialdemokraten auch Trommeln und Pfeifen zum Aufbau eines Spielmannszuges in der Jugendorganisation „Die Falken" beschafft (siehe Museumsstück). Die Instrumente wurden 1933 bei Adolf Röth beschlagnahmt und - drei Jahre später spielte das Jungvolk darauf missbräuchlich „Preußens Gloria"!
Und dann gibt es da noch unsere altehrwürdige SPD-Fahne, die sie, verehrte Gäste, hier hängen sehen. Sie ist heute unser ganzer Stolz, denn nur sehr wenige solcher Vereinsfahnen aus dieser Zeit sind bundesweit noch vorhanden. Sie wurde schon kurz nach der Gründung des SPD-Ortsvereins Steinau von Frauen damaliger SPD-Mitglieder in liebevoller Handarbeit geschaffen.
Von diesen Frauen ist namentlich leider nur noch Frau Elise Münch aus Wiesbaden bekannt, die als junges Mädchen in ihrem Elternhaus in der Märzgasse daran gestickt hat. Anlässlich des 70jährigen Festkommerses im Jahre 1988 hatte ich als damaliger Fraktionsvorsitzender des Stadtparlaments das Glück, Frau Münch, die inzwischen verstorben ist, persönlich in Steinau begrüßen zu dürfen.
Die Vereinsfahne mit der Aufschrift: Brüder zur Sonne zur Freiheit. - Die Rückseite ziert das damalige Emblem der SPD. Auf rotem Fahnengrund ist in goldenen Buchstaben gestickt: Sozialdemokratische Partei - Ortsverein Steinau.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wie kommt es nun, dass ausgerechnet in Steinau diese alte SPD-Fahne heute noch vorhanden ist, die Wirren des NS-Regimes überlebt hat? - Ich kann Ihnen die Odyssee, die die Vereinsfahne in den 12 Jahren des NS-Regimes erlebt hat, kurz schildern.
Adam Engelhardt, einer der Mitbegründer der Steinauer SPD, hatte die Fahne in Verwahrung genommen, sie zusammengerollt und in eine runde Blechbüchse gesteckt, wie sie damals in vielen Kolonialwarenläden zur Aufbewahrung von Bobons gebräuchlich waren. Als Versteck diente eine Gerüstnische in Rupperts Scheune in der Vogelsbergerstraße, wo die Hasenzüchter Adam Engelhardt und Georg Ruppert alljährlich das Heu für ihre Stallhasen deponierten.
Wo die Fahne geblieben war, das wussten nur wenige Eingeweihte. Dennoch drangen Vermutungen über das Versteck durch. Sie führten zu insgesamt sieben Hausdurchsuchungen bei Adam Engelhardt.
Seinen politischen Freunden aus der Gründerzeit erging es zum Teil noch schlechter. So musste der damalige 1. Vorsitzende Heinrich Müller (Sodener Weg) gar 20 Hausdurchsuchungen und sechs Verhaftungen ertragen.
Jetzt kann man auch verstehen, dass zu Beginn der 30ger Jahre die vorhandenen SPD-Unterlagen über die Parteiarbeit zunächst privat aufgeteilt wurden, dann aber überwiegend in dem großen Heizkessel der 1929 erbauten Dreiturm-Seifenfabrik landeten. Dort arbeitete Georg Ruppert, der die bedrängten Genossen von möglichem Belastungsmaterial „entsorgte".
Diesen Weg nahmen zu dieser Zeit auch stillschweigend die bei einer Hausdurchsuchung aufgestöberten Mitgliedsbücher der SPD.
Im November 1933 endet mit der diktatorisch nationalsozialistischen Einheitswahl zunächst auch die kommunale Arbeit der Sozialdemokraten. Die Partei wird verboten, ihre Mitglieder werden verfolgt, diffamiert und viele von Ihnen eingesperrt.
Nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches, mit Beendigung des 2. Weltkrieges waren Sozialdemokraten aus der Weimarer Zeit wieder „die Männer der ersten Stunde".
Auf Kreisebene beantragte der im Stadtteil Hintersteinau geborene Hans Berthold die Wiederzulassung der SPD. H. Berthold, Reichstagskandidat der SPD, war wegen seiner politischen Überzeugung von den Nazis vier Jahre im KZ eingesperrt worden. Er erhielt von der amerikanischen Militärregierung die Genehmigung zur Neugründung der SPD im damals noch selbständigen Kreis Schlüchtern. Zur allgemeinen Erheiterung sei die Auflage erwähnt, die der freundliche US-Oberst im Genehmigungsschreiben forderte: „Den Sozialdemokraten ist es untersagt, Uniformen zu tragen!"
Und daran halten wir uns noch heute!
In der Zeit des Wiederaufbaus begegnen wir bekannten Namen: Bernhard Romeiser, Wilhelm Metschan, Philipp und Heinrich Dillenburger, Walter Wälde, Hermann Wittemeier, Max Bohn, Fritz Keller, Dr. Hans-Bernhard Seebohm und vielen anderen.
Politisch hat die Steinauer SPD bei den ersten Nachkriegswahlen gut Fuß gefasst. 1946 löste Richard Wildeis als erster SPD-Bürgermeister die von der Militärregierung meist nur kurzfristig eingesetzten Bürgermeister ab. Nach Ludwig Hufnagel, der von zwei Bürgerlisten gewählt worden war, stellte die SPD mit Bgm. Dr. Oertel von 1950 bis 1956 das Stadtoberhaupt. Ihm folgte Bgm. Desor von der CDU. Während dessen 28jährigen Amtszeit verfügte die SPD 14 Jahre über die absolute Mehrheit. Gute Kontakte der Steinauer Sozialdemokraten zur Landesregierung in Wiesbaden und die im Stadtparlament entwickelten Initiativen der gewählten Vertreter kam der Kommune beim Wiederaufbau, bei der Stadtentwicklung und insbesondere bei der Industrieansiedlung zugute.
In diesem Zusammenspiel muss natürlich auch unser früheres Ehrenmitglied und Ehrenbürger Karl Hellwig (1924-93) genannt werden, der 1964 in die Kommunalpolitik einsteigt, ab 1968 bis 1977 für Steinau die Interessen im Kreistag vertritt, von 1970 bis 1983 als Landtagsabgeordneter in Wiesbaden tätig ist und maßgebend an der Politik im heimischen Raum und in der Region beigetragen hat.
Einen tiefen Wählereinbruch, ähnlich dem vor 14 Tagen, mussten wir Sozialdemokraten aber bei der Gebietsreform 1974 hinnehmen. Wir standen damals vor der Alternative, den Raum Ulmbach einzugliedern oder aber uns auf den Bereich der bis dahin erfolgten freiwilligen Zusammenschlüsse Marborn, Bellings und Seidenroth zu beschränken.
Alle SPD-Gremien auf Orts-, Kreis- und Landesebene haben sich damals für die große Lösung entschieden, d. h. für die Bildung von vier Großgemeinden im Altkreis Schlüchtern. Steinau erhält 12 Stadteile. Der damalige Fraktionsvorsitzende Ernst Maul erklärte dazu: „Mit dieser Entscheidung stellen wir die Entwicklungschancen der Stadt vor parteitaktische Erwägungen." Doch in gleichen Atemzug wurde gegen alle Warnungen vor der Kommunalwahl ein neuer Bürgermeister vom mehrheitlich SPD geführten Stadtparlament gewählt, der jedoch nie in sein Amt eingeführt werden sollte.
Denn die Bevölkerung erklärte sich mit Altbürgermeister Desor solidarisch und erreichte nach der kurz darauf folgenden Kommunalwahl über die absolute Mehrheit der CDU dessen Wiederwahl.
Seit dieser Zeit hat die SPD Steinau nie mehr über eine Mehrheit im Steinauer Stadtparlament verfügt. Dennoch ist es uns durch konstruktive Arbeit, vertrauensbildende Maßnahmen, durch kommunalpolitische Verlässlichkeit und viel Fleiß gelungen, zumindest in der Innenstadt wieder SPD-Mehrheiten herzustellen.
Großes Verdienst daran hatten junge Sozialdemokraten und Jungsozialisten, die unter dem damaligen SPD Ortsbezirk-Innenstadt-Vorsitzenden Gerhard Freund den Einstieg in die Kommunalpolitik wagten, einen Film von der Steinauer Altstadt „Steinau, anno 1975" drehten, damit für viel Diskussionsstoff sorgten und mit diesem Film zur Gründung des Altstadtvereins und der späteren Altstadtsanierung beitrugen.
Gerhard Freund war von 1974 - 88, 14 Jahre als Vorsitzender tätig, ebenso 14 Jahre von 1977-91 als Mitglied im Kreistag. Ihm folgte als Ortsbezirksvorsitzender Jürgen Schmitt, der seit vergangenem Jahr zusammen mit Margot Dernesch den Ortsverein lenkt.
Unsere konstruktive Mitarbeit im Stadtparlament und die vielen SPD-Aktivitäten auf Ortsebene (Grillfeste, politische Veranstaltungen, Unterstützung sozial Schwacher, Diskussionsrunden und vieles mehr) trugen viel dazu bei, dass die SPD Steinau zunächst seit 1990 für 12 Jahre mit mir und ab 2002 mit Walter Strauch auch wieder für die weiteren 12 Jahre - den Bürgermeister stellt und damit die Mehrheit der Bürgerschaft uns, den Sozialdemokraten zutraut, die Geschicke unserer Märchenstadt am besten zu lenken.
Seit vergangenem Jahr stellt Steinau mit Heinz Lotz nach Karl Hellwig wieder einen Landtagsabgeordneten, der trotz der verlorenen Landtagswahl wieder sein Mandat erhalten hat. Wir sind sicher, er wird entgangenes Vertrauen wieder zurückholen und uns helfen, die alten guten Beziehungen nach Wiesbaden neu zu festigen. Seine über 25jährige Tätigkeit und Erfahrung als Stadtverordneter, Fraktionsvorsitzender, Kreistagsmitglied und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Main-Kinzig werden ihm dabei helfen. - Verlorengegangenes Vertrauen auf Hessenebene muss zurück gewonnen werden! Dazu muss jeder einzelne seinen Beitrag leisten. Wie sagt man so schön: „Entschuldigung, wir haben verstanden!"
Erwähnen muss ich aber auch an dieser Stelle die hervorragende Arbeit und den Wert unserer Frauen. So stellte die SPD mit Evelyn Freund von 1989 - 1993 die erste Stadtverordnetenvorsteherin in der Geschichte Steinaus, mit Karin Senzel die erste Stadträtin in der Geschichte Steinaus und mit Margot Dernesch die erste Fraktionsvorsitzende in der Geschichte Steinaus, dazu gesellen sich noch Sonja Senzel, die sowohl im Stadtparlament als auch im Kreistag vertreten ist und viele andere Frauen, die die Bevölkerung in den Ortsbeiräten und im Stadtparlament vertreten.
In meiner Laudatio soll aber auch Platz sein für die vielen Mandatsträger(innen), für unsere treuen Mitglieder, deren Partner(innen) und die vielen Helfer(innen) und Unterstützer der Steinauer SPD, dies gilt nicht nur für die Innenstadt, sondern ist in fast allen Steinauer Stadteilen spürbar.
Stellvertretend für all diese Personen darf ich hier unseren leider viel zu früh verstorbenen Ehrenvorsitzenden Werner Sauer erwähnen, der von 1968-1986 den Vorsitz des SPD-Ortsvereins inne hatte.
Ihnen allen gilt unser Dank für ihre Arbeit an und mit der Partei und insbesondere für ihr Eintreten für die Allgemeinheit.
Es ist nicht immer einfach, mitunter mehrere Abende in der Woche für die Kommunalpolitik oder Parteiarbeit zu opfern, wenn man meist dafür in der Öffentlichkeit noch nicht einmal die nötige Anerkennung oder Aufmerksamkeit findet oder gar häufig der Kritik ausgesetzt ist.
Und dennoch haben alle dazu beigetragen und tragen noch alle dazu bei, unsere Demokratie zu festigen. - Ein Verdienst auf das die für die Steinauer Sozialdemokraten handelnden Personen zu Recht stolz sind.
Und so darf ich auch Margot Dernesch und Jürgen Schmitt, die die SPD-Fraktion im Steinauer Stadtparlament und den SPD Ortsverein als Doppelspitze führen, ermutigen, ihre begonnene, gute Arbeit fortzusetzen und Ihnen dabei weiterhin viel Glück und Erfolg wünschen!
Bis heute wurden viele, ja im Vergleich zu 1918 oder früher, riesige Fortschritte in der demokratischen Entwicklung erzielt. Die Steinauer SPD darf von ihrer Arbeit überzeugt und auf ihre Verdienste um Steinau stolz sein. Natürlich wurden und werden hierbei immer mal wieder Fehler gemacht. Aber aus Fehlern kann man lernen und die schnell dahin fließende Zeit verlangt von uns allen ein ständiges Umdenken, ein sich ständig dem Wandel der Zeit gefordertes, beherztes Handeln und vor allem - den ständigen persönlichen Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern unseres schönen Städtchens mit allen seinen Stadteilen.
Wie steht es in ihrer Einladung zu unserem Festkommers und wie hat es Willy Brandt so treffend beschrieben: „Besinnt euch auf eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will!"
Jubiläum ist sprachlich mit jubeln verwandt. Die einzige, die unser Fest mit gemischten Gefühlen sieht, ist unsere Kassiererin. Sie kennt nämlich die Redewendung „Jubeln macht leere Kassen". Umso höher rechnen wir es ihr an, dass sie heute Abend einige Euros für unsere Feier genehmigt hat, die wir jetzt mit bestem Gewissen verjubeln dürfen.
Vielen Dank für ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

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